Der menschliche Organismus kann Eisen nicht selbst produzieren, damit der Eisenstoffwechsel gut funktioniert muss es daher in ausreichender Menge über unsere Nahrung aufgenommen werden. Bei einer in Europa üblichen gesunden und ausgewogenen Ernährung wird unserem Körper täglich ca. 10-30mg Eisen zugeführt. Wovon allerdings nur ca. 20% über den Verdauungstrakt aufgenommen werden. Der Körper verliert aber auch Eisen über Haut, Nieren und Darm sowie durch Blutverlust etwa bei der Menstruation oder durch Verletzungen.

Tierisches und pflanzliches Eisen

Unterschiedliche Formen von Eisen kommen in verschiedenen Nahrungsmitteln vor. Als Eisenart mit der größten Bedeutung für den Eisenstoffwechsel gilt das sogenannte Hämeisen, das vor allem im Blutkreislauf von Säugetieren vorkommt. Weshalb Fleisch und andere tierische Produkte wie Leber oder Blutwurst ausgezeichnete Eisenlieferanten sind. Generell wird tierisches Eisen besser aufgenommen als pflanzliches, da für die Aufnahme von pflanzlichem Fe3+ Eisen ein zusätzlicher Schritt im Verdauungstrakt nötig ist und dieses zuerst in Fe2+ Eisen umgewandelt werden muss. Dieser Vorgang kann durch die zusätzliche Einnahme von Vitamin C unterstützt werden, da dieses hilft Eisen im zweiwertigen Zustand (Fe2+) zu halten.

Eisenaufnahme über den Verdauungstrakt

eisenstoffwechselNach der Aufnahme von Nahrung wird diese im Magen mit Hilfe der Magensäure zersetzt und die darin enthaltenen Fe2+ und Fe3+ Eisen freigesetzt. Der so entstandene Brei wandert weiter in den Zwölffingerdarm und anschließend in den Dünndarm, in welchem der größte Teil der Eisenaufnahme über die Darmwand, vor allem in den ersten 50cm, aufgenommen wird. Der größte Teil des Eisens wandert jedoch den Verdauungstrakt, durch Dünn- und Dickdarm, weiter hinunter. Auch für den Stoffwechsel der über 500 verschiedenen Bakterienarten der menschlichen Darmflora ist Eisen ein wichtiger Faktor. Die Bakterien nehmen das Eisen auf oder saugen es von anderen Bakterien ab.

Transport und Verteilung von Eisen im Körper

In den Dünndarmzellen wird das Eisen von den Hämmolekülen abgekoppelt und über die Rückseite der Zellwand in den Körper geschleust. Das sogenannte Ferroportin, ist ein Protein welches für den Eisentransport verantwortlich ist und die Aufnahme in den Blutkreislauf reguliert. Da Eisen im Körper nicht frei vorkommen darf, wird es oxidiert und dann an das Transferrin, das Eisentransportprotein, gebunden.
Ein großer Teil des Eisens wird ins Knochenmark transportiert, wo es zur Blutbildung eingesetzt wird. Täglich werden ca. 2 Millionen neue roter Blutkörperchen gebildet, wofür eine ungefähre Menge von 20mg Eisen benötigt wird.

Eisenrecycling

Da über die normale Nahrungsaufnahme nicht genug Eisen aufgenommen wird, um den täglichen Bedarf für die Blutproduktion zu decken, hat der menschliche Körper eine Art Recyclingsystem entwickelt, mit dessen Hilfe Eisen aus alten Zellen gefiltert wird und dem Körper erneut zur Verfügung gestellt wird. Für diesen Vorgang ist die Milz verantwortlich. Fresszellen filtern alte Zellen aus dem Blut und zerlegen diese wieder in ihre Einzelteile. Über den gleichen Effekt wie in der Wand des Dünndarms wird das Eisen wieder in den Kreislauf rückgeführt.